Die Goldgelbe Vergilbung der Rebe (Flavescence dorée): Wie man systemische Resistenz für Weinberge aufbaut und die Immunität der Reben mit Produkten von ekolive fördert

Wie helfen unsere Biostimulanzien?

Es ist naiv zu erwarten, dass Insektizide allein die Weinberge wirksam vor der Goldgelben Vergilbung schützen können: Ihre Wirksamkeit liegt nie bei 100 %, und aufgrund ihrer Scheu und außergewöhnlichen Beweglichkeit in späteren Stadien wird der Vektor – die Zikade – oft gar nicht erst getroffen. Es ist zudem erwiesen, dass Insektizide die Immunität der Pflanzen erheblich schwächen und ihre natürlichen Abwehrmechanismen stören können, was den ohnehin schon ungünstigen Zustand ohne weitere Maßnahmen noch verschlimmern kann.

Wir bei ekolive glauben an die Kraft der Pflanzen und Reben sowie an die Bedeutung der Prävention. Deshalb unterstützen wir die Reben im Kampf gegen die Goldgelbe Vergilbung mit unseren Biostimulanzien ekofertile®plant und microfertile®plant bereits in mehr als 20 Weingütern in der gesamten Slowakei.

Warum eine Infektion nicht automatisch eine Erkrankung bedeutet

Damit sich aus einer Infektion eine aktive Erkrankung mit sichtbaren Symptomen entwickelt, müssen mehrere Schlüsselfaktoren zusammenwirken, die die Abwehrkräfte der Rebe schwächen und den Erreger stärken. Dies ist ein komplexer Prozess, dessen Ergebnis entweder die Erkrankung an der Goldgelben Vergilbung oder ein unveränderter Gesundheitszustand der Rebe naheliegt. In diese komplexe Beziehung zwischen Wirtspflanze, Erreger und Umwelt beziehen Phytopathologen heute auch einen vierten Faktor ein: das Mikrobiom der Wirtspflanze. Es handelt sich also um einen komplizierten Kampf, der sich auf mikroskopischer Ebene in jedem Weinberg abspielt.

Faktoren für die Entwicklung von Symptomen nach der Phytoplasmen-Übertragung

Was muss passieren, damit sich nach dem Saugen der Zikade und der Übertragung der Phytoplasmen die Symptome der Goldgelben Vergilbung an der Rebe entwickeln?

  • Ausreichende Erregermenge: Es muss eine ausreichende Menge des Erregers (Phytoplasma) im aktiven Stadium vorhanden sein, um die lokale Immunantwort der Pflanze zu überwinden.
  • Geschwächte Vitalität und Immunität: Wenn der Weinstock starkem Stress ausgesetzt ist, verlagert sich seine Energie von der Abwehr zum Überleben. Zu den Stressfaktoren in unseren Breitengraden gehören vor allem Extremwetter wie langanhaltende Trockenheit, starke Sonneneinstrahlung sowie Defizite an essenziellen Makro- und Mikronährstoffen.
  • Natürliche Toleranz: Infektion ist dank der natürlichen Immunität und Toleranz der Rebe nicht gleichbedeutend mit Krankheit. Jeder Stock verfügt über Abwehrmechanismen, die den Erreger isolieren oder seine Ausbreitung unterdrücken können. Diese Mechanismen sind teils passiv (Gewebeaktivität, bereits in den Zellen vorhandene antimikrobielle Substanzen) und teils aktiv (Produktion neuer antimikrobieller Stoffe, reaktiver Sauerstoffspezies und anderer Substanzen als aktive Immunantwort). Es gibt große sortenbedingte Unterschiede, die genetisch bedingt sind. Interspezifische Sorten (PIWI) können beispielsweise trotz einer höheren Bevorzugung durch die Zikade Scaphoideus titanus weniger Symptome zeigen.
  • Überwindung der Abwehrkräfte: Der Erreger muss die physischen Barrieren (Kutikula, Epidermis von Blättern und Stängeln) erfolgreich durchdringen und die von der Rebe selbst produzierten chemischen Abwehrstoffe neutralisieren.
  • Günstige Umweltbedingungen: Jeder Erreger hat optimale Bedingungen für Wachstum und Vermehrung. Im Fall des Phytoplasmas der Flavescence dorée wird die Ausbreitung durch verlassene Weinberge als Infektionsquelle und durch die klimawandelbedingten höheren Lufttemperaturen begünstigt, die der Zikade Scaphoideus titanus entgegenkommen.

Vereinfacht gesagt: Eine Krankheit entsteht, wenn das Abwehrsystem der Pflanze geschwächt und überlastet ist, der Erreger stark ist und die Bedingungen für ihn optimal sind.

Wie Biostimulanzien das Zünglein an der Waage zugunsten Ihrer Reben sind

Unsere Biostimulanzien können maßgeblich dazu beitragen, die aktuelle Situation mit der Goldgelben Vergilbung zu verbessern. Bei den genannten Prozessen, die über das Überleben des Weinstocks entscheiden, wirken sie sich auf fast jeden Schritt positiv aus:

  1. Sie verbessern die Nährstoffaufnahme der Reben durch die Stärkung des Wurzelsystems und den optimierten Nährstofffluss in die Zellen.
  2. Sie liefern wichtiges und oft fehlendes Silizium in pflanzenverfügbarer Form für die Festigkeit des Gewebes.
  3. Sie aktivieren die pflanzliche Abwehrbereitschaft (Immunität) dank wertvoller Phytohormone wie Salicylsäure und Jasmonsäure.
  4. Sie steigern die Gesamtvitalität der Rebe – sie verstärken die Photosynthese, erhöhen den Chlorophyllgehalt und verbessern den Wasserhaushalt der Blätter. Die Rebe verfügt über deutlich mehr Energie, die sie für die Abwehr statt für den bloßen Kampf ums Überleben nutzen kann.

Die Schlüsselrolle von Bor und Silizium für die mechanische Widerstandskraft

Interessanter Fakt: Untersuchungen bereits aus den 1930er Jahren zeigten, dass Luzernebestände mit einem hohen Aufkommen an gefährlichen, krankheitsübertragenden Zikaden einen ausgeprägten Bormangel aufwiesen. Bor ist zusammen mit Calcium und Silizium entscheidend für eine undurchdringliche Barriere, die das Eindringen von Erregern in die Pflanze verhindert: Sie erhöhen die Dichte des Zellsafts, verlangsamen die Bewegung von Erregern in den Zellen, sind an der Pektinbildung beteiligt und sorgen für die mechanische Festigkeit der Zellwände und der Kutikula. Damit gewährleisten sie eine natürliche mechanische Resistenz gegen Schädlinge und Pathogene.

Ausbreitung des Phytoplasmas in der Rebe und Auftreten von Symptomen

Zeitlicher Verlauf der Infektion und Symptome

Vereinfacht über den Beginn der Infektion, das Auftreten von Symptomen und die Bewegung des Phytoplasmas im Weinstock:

Symptome, die von Juni bis August an der gesamten Pflanze beobachtet werden, sind meist das Ergebnis einer Infektion aus dem Vorjahr alebo den Vorjahren, da infizierte Reben nicht aus dem Weinberg entfernt wurden. Häufig sind die Symptome nur an einer Hälfte der Rebe sichtbar, was ebenfalls auf eine Infektion aus der vergangenen Saison hindeutet. Symptome, die nur an einem einzigen Trieb auftreten, resultieren meist aus einer Infektion im selben Jahr (d. h. Infektion in der ersten Hälfte der Vegetationsperiode und Auftreten der Symptome im Spätsommer und September). Neben den Standardsymptomen kann sich die Infektion auch nur auf einen Ast oder Teil der Rebe beschränken, mit klassischem Blattrandrollen an nur ein oder zwei Trieben. Solche Reben können in einigen Fällen durch einen Rückschnitt auf 20–40 cm und das Bestreichen der Schnittwunde gerettet werden.

Die Bewegung des Phytoplasmas ist weitgehend mit deml Nährstoffstrom (Saftstrom) in der Pflanze koordiniert. Zu Beginn verbleibt es im zuerst infizierten Trieb und wandert allmählich im Phloem (Bastteil) nach unten zum zweijährigen und älteren Holz, wo es die Siebröhren verstopft und so den Fluss der Photosyntheseprodukte und remobilisierten Nährstoffe blockiert. Danach ist der Rebkopf an der Reihe. Vor der Traubenlese leitet die Rebe die Säfte und das Phytoplasma in Richtung der Gescheine/Trauben. Nach der Ernte bereitet sich die Pflanze na den Winterzustand vor und leitet die Säfte in die bodennahen Teile und Wurzeln. Je nach klimatischen Bedingungen kann die Pflanze nach der Ernte noch zwei oder drei Monate lang aktiv sein, bei leicht reduziertem Saftstrom. Im November stellt die Pflanze ihre wichtigsten Funktionen ein, und der Saftstrom kommt fast zum Erliegen (die Pflanze besitzt wie auch die Schädlinge keine eigene konstante Temperatur). Im Frühjahr lebt die Aktivität der Pflanze wieder auf, und das Phytoplasma wandert im Phloem weiter nach unten zu den Wurzeln. Im Jahr nach dem ersten Auftreten von Symptomen ist es oft noch möglich, eine große Anzahl von Stöcken zu retten. Wenn die ersten Symptome jedoch bereits an bodennahen Teilen sichtbar sind, kann der Weinstock nicht mehr gerettet werden.

Phytoplasmen – Verbesserungen im Schutz und in der Prävention

Dies sind die Kernpunkte für das Schutzmanagement, wobei die Punkte 7 und 8 direkt mit unseren Produkten zusammenhängen:

  1. Reben, die Symptome der Goldgelben Vergilbung aufweisen, sollten sofort 20 bis 40 cm über dem Boden zurückgeschnitten werden (Juni, Juli und August). Dadurch wird die Infektionsquelle im Weinberg eliminiert. Pflanzen, die an der Schnittstelle keine Symptome aufweisen, können gerettet werden; auf die Schnittwunde sollte eine dünne Schicht einer antimikrobiellen Paste aufgetragen werden. So lässt sich die Rebe und die Traubenproduktion sehr einfach und kostengünstig retten.
  2. Reben, die an der Schnittstelle Symptome aufweisen, sollten gerodet und die Stelle mit organischem Dünger mit lebenden Mikroorganismen behandelt werden.
  3. Platzieren Sie rechtzeitig Gelbtafeln zur Überwachung des Auftretens des Vektors – der Zikade Scaphoideus titanus.
  4. Installieren Sie zwei Tage nach einer Insektizidbehandlung neue Gelbtafeln. So lässt sich die ungefähre Wirksamkeit der Behandlung feststellen.
  5. Die Bekämpfung der Zikade sollte erfolgen, sobald der Vektor auf den Gelbtafeln gesichtet wird. Die Bekämpfung der Larven des ersten, zweiten und dritten Instars (Entwicklungsstadiums) bringt weitaus bessere Ergebnisse, da sie weniger beweglich sind und die Temperaturen zu dieser Zeit, insbesondere nachts und morgens, deutlich niedriger sind. Insekten haben keine eigene konstante Temperatur; ihre Aktivität hängt von der Umgebungstemperatur ab. Larven des letzten Stadiums und adulte Tiere (Imagines) sind extrem scheu, vibrationsempfindlich und agil. Es ist sehr schwierig, dann eine zufriedenstellende Wirksamkeit der Insektizid-Applikation zu erreichen. Der Lärm von Traktoren und Sprühgeräten schreckt den Vektor auf, der mehrere hundert Meter weit wegfliegen kann. Sobald ein Mensch im Weinberg auftaucht, verschwindet der Vektor aus dem Sichtfeld, was wir auch bei Versuchen, ihn zu fotografieren, feststellen mussten.
  6. Das Abschneiden der abgetragenen Ruten einen Monat nach der Weinlese verhindert eine weitere Ausbreitung der Krankheit in das ältere Holz der Rebe.
  7. Bringen Sie während der Vegetationsperiode mindestens 3–4 Mal phenolische Substanzen und andere biostimulierende Verbindungen wie Salicylsäure, Auxine und Kieselsäure aus, die die Abwehrkräfte der Rebe stärken können. Beispielsweise enthalten ekofertile®plant und microfertile®plant Phenole, Salicylsäure, Auxine und Silizium in einer für die Rebe leicht verfügbaren Form.
  8. Insektizide und Biostimulanzien sollten so ausgebracht werden, dass die höchste effektive Dosis erreicht wird. Zusätzliche Behandlungen junger Reben mit Insektiziden und Biostimulanzien, die phenolische Substanzen und Phytohormone enthalten, verringern das Infektionsrisiko, insbesondere wenn junge Pfropfreben in einen alten Weinberg gepflanzt werden.
  9. Stellen Sie sicher, dass alle Winzer in der Region alle Vorsorgemaßnahmen rechtzeitig durchführen, insbesondere das Entfernen und Behandeln infizierter Reben sowie die Ausbringung von Insektiziden und Biostimulanzien.

Die Bedeutung der effektiven Dosis bei der Ausbringung von Biostimulanzien und Insektiziden

Effektive Dosis Die effektive Dosis ist die Menge an Spritzmittel, die nach der Behandlung auf den Reben verbleibt. Sie ist bei der Ausbringung von Insektiziden und pflanzlichen Biostimulanzien von außerordentlicher Bedeutung. Wenn 50 % oder mehr der Spritzbrühe auf den Boden fallen, ist die Effizienz extrem gering. Der Luftstrom weht den Vektor – die Zikade – auf den Boden; der Vektor kehrt auf die Rebe zurück, das Insektizid jedoch nicht. Da Phytoplasmen als Bakterien keine Sporen wie Pilzpathogene bilden, müssen mindestens 70–80 % der Spritzbrühe in der behandelten Reihe verbleiben. Andernfalls schützen wir nicht die Reben, sondern das Gras in den Zwischenzeilen. Für eine gute Haftung auf den Bláttern ist es zudem ratsam, den Einsatz eines hochwertigen Netzmittels in Betracht zu ziehen, das eine gute Benetzung der Blattoberfläche gewährleistet.

Die effektive Dosis lässt sich auch visuell grob bestimmen. Eine weitere, präzisere Methode ist die Messung der Tropfen, die auf den Boden fallen – die Bodensedimentation. Danach sind oft Anpassungen bei der Applikation erforderlich. In einem Fall wurden die Düsen des Sprühgeräts einfach durch Düsen mit einem geringeren Durchfluss von 0,6 l/min ersetzt. Dadurch sank die Aufwandmenge auf 260 l/ha. Alle anderen Parameter blieben unverändert: Traktorgeschwindigkeit, Düsendruck, Gebläseleistung. Auf diese Weise wurde die effektive Dosis um 30 % erhöht und die Behandlungszeit um 40 % verkürzt. Elektrostatische Sprühgeräte und Recycling-Spritzen (mit Abdrift-Rückgewinnung) erhöhen die effektive Dosis erheblich.

Warum ist es wichtig, die Abhängigkeit der Reben von der Chemie zu verringern (Die Rebe als „Junkie“)?

Eines der größten Probleme beim Rebschutz ist die Tatsache, dass die Pflanze oft kaum einen einzigen Tag ohne chemische Mittel übersteht. Durch den klassischen Pflanzenschutz wurden sie zu chemisch abhängigen Organismen – zu „Junkies“. Solche Pflanzen bilden wahrscheinlich nicht genügend eigene Abwehrverbindungen, die Ausdruck einer starken eigenen Immunität sind.